Presseecho

Kreiszeitung, 02.05.2005

Vier Sängergenerationen singen für die Opfer auf Nias

Eindrucksvolles Benefizkonzert des Liederkranzes in der Stiftskirche war gut besucht

Herrenberg - Die vier Chöre des Herrenberger Liederkranzes, die am Samstagabend aus Verbundenheit mit den Opfern auf der Insel Nias ein Benefizkonzert in der Stiftskirche veranstalteten, präsentierten überwiegend geistliches Liedgut - Lieder, die zu Herzen gehen wie auch die Not der betroffenen Menschen.

"Singen verbindet - auch Gott und Mensch sowie die Menschen untereinander." Mit diesen Worten begrüßte der Hausherr, Dekan Klaus Homann, Chöre und Gäste in der Stiftskirche und stimmte damit auf das Programm ein. Den Anfang machten die Jüngs- ten: der Kinderchor Ki-Cho-Bello unter der Leitung von Silke Lange und Kerstin Wunder, weniger mit ernsten als vielmehr mit aufmunternden Songs. Frisch und lebhaft verkündeten die 15 Kinderstimmen, dass "Musik eine Brücke ist" und keine Grenzen kennt. Dabei verstehen es die Jüngsten bereits, ihre Botschaft choreografisch zu untermalen. Noch mehr Konzertroutine stellt sich sicher auch bald ein - vorerst tuscheln und kichern die jungen Damen noch verlegen, wenn sie mit sattem Beifall belohnt werden.

Deutlich cooler wusste damit schon der Jugendchor "No Names" umzugehen, der zur geistlichen Literatur überleitete: Das feierliche "Laudate Dominum", Gesang aus Taizé, erklang zu Beginn des Vortrags. Dann war Rhythmus an der Reihe: "Rock my Soul" und "Goin' up under".

Nach einem gemeinsamen "Ich lobe meinen Gott" übergaben die Jungen an den erfahrenen Konzertchor, der seit Kurzem einen neuen Namen hat: Lieder & Co, unter der Leitung von Stefanie Wunder. Ein Bläserquartett aus den eigenen Reihen untermalte Mozarts "Ave verum corpus" - festlich und stimmungsvoll in der ehrwürdigen Kulisse. Lieder vom Licht, vom Fest nach langer Trauer, fügten sich stimmig ins Thema des Abends ein. Chorleiterin Stefanie Wunder hat dabei verschiedene Stücke "umarrangiert" und für die Liederkranz-Chöre maßgeschneidert.

Der letzten Konzertteil bestritt der Großchor in der Sängervereinigung, die Voices ltd. Die rund 100-köpfige Gruppe blieb dabei ihrer musikalischen Heimat treu: Gospels und Spirituals. Zuversicht, Hoffnung und Verkündigung mit einem guten Schuss Pep - "Sing Halleluja, for he's gonna come." Das wortgetreue, aber gesungene "Vater Unser" von Iris Stevenson hat Chorleiterin Astrid Beuth bearbeitet. "Es ist ein Gebet. Daher bitte am Schluss nicht applaudieren," so wünschte es Astrid Beuth. Aber Mitsingen am Schluss - beim Amen - sei durchaus erwünscht. Das hat leider nicht ganz geklappt, denn viele Zuhörer waren wohl so hingerissen, dass sie trotzdem Beifall spendeten. Den Part am Piano teilten sich während des gesamten Konzerts Ruben Maisenbacher und Monika Wunder. Ein starkes Solo bot Tina Monorfalvi in dem Traditional "Standing in the need of Prayer". Beliebt und bekannt ist der Gospel-Rock "Order my Steps", ein sachte beginnendes und sich kraftvoll steigerndes Stück, das sich als Garant für Spaß auf Seiten der Sänger und der Zuhörer in der zu drei Vierteln besetzten Stiftskirche erwies.

/p> Der offizielle Teil des beeindruckenden Konzerts klang aus mit einem ebensolchen Bild: alle vier Chöre, dabei wohl vier Sängergenerationen, gemeinsam spendeten "Irische Segenswünsche".

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