Presseecho

Gäubote, 08. November 2004

Ein "sparsam" schwäbisch aufgeführtes Musical

"Take my hand" hieß das Motto des fünften Pop- und Gospelkonzertes des Chores "Voices ltd." in der Herrenberger Stadthalle ein leicht anhand seiner Kleidung als "Voices"-Sänger kenntlicher Mensch streckte schon auf dem Titel des Programmheftes seine Hand aus. Gleich taten es ihm zum Auftakt des Konzertes auch die Sänger.

Denn damit begann das Konzert der "Voices ltd." am Samstagabend: Die Sänger des Chores strömten aus allen Winkeln des Zuschauerraumes auf die Bühne und schüttelten auf ihrem Weg dorthin ihren Zuhörern die Hand. Und Zuhörer hatten die "Voices" am Samstagabend etliche: Lediglich rund 30 Plätze in der für 750 Personen bestuhlten Stadthalle blieben unbesetzt. Damit lockten die "Voices ltd.", ihr Ensemble "Ten Voices" und die "No Voices" sehr viel mehr Zuhörer in die Halle als im vergangenen Jahr.

Sie sangen und spielten ein Repertoire, das sie seit ihrem letzten Auftritt an diesem Ort vollständig neu eingeprobt hatten. Dem Publikum wurden während der zwei großen Blöcke, mit denen die "Voices ltd." das Konzert eröffneten und beschlossen, vor allem unbekannte Stücke vorgestellt, während im mittleren Block, umrahmt von den Auftritten der beiden kleineren Gruppen, Lieder mit Wiedererkennungswert erklangen etwa "For the longest time", bei dem Barbara Will, die Vize-Chorleiterin der "Voices", erstmals an Stelle von Chorleiterin Astrid Beuth dirigierte, und ein Medley mit Melodien aus "Lion King"; "dem Schwäbischen angepasst", wie die Sänger erklärten. Was nun aber nicht heißen sollte, dass auf Schwäbisch gesungen wurde, sondern dass die Höhepunkte des mehrstündigen Musicals in einigen "sparsamen" Minuten zusammengefasst waren.

Begleitet wurden die "Voices" bei ihrem Konzert einmal mehr von den Pianisten Martin Wilke und Ruben Maisenbacher, dem Bassisten Jens Mönig und dem Schlagzeuger Daniel Stollsteiner. Zu hören waren diesmal bei einigen Stücken auch Katja Ertle auf der Flöte und Maria Wunder auf der Klarinette.

Dieser Mittelteil des Konzertes erklang aber erst, nachdem der mehr als 100 Sänger starke Chor den Abend mit vier modernen Gospelstücken eröffnet und die "Ten Voices" zwei Lieder vorgetragen hatten. Passend zu seinem Auftritt begann der Hauptchor sein Konzert mit dem Gospel "Take my hand", um gleich darauf vom schwungvollen Groove etwas abzurücken und zwei melodische, von der Pianobegleitung getragene Stücke folgen zu lassen: "Salvation", das für diesen Auftritt von der Sängerin Stefanie Wunder bearbeitet worden war, und "Emmanuel". Bei "No Weapon", dem Stück, mit dem sie ihren ersten Auftritt beendeten, handelt es sich wiederum um einen neuen Gospelsong des Chorleiters Calwin Bridges und um ein Stück, das auf eine hier zu Lande ungewohnt schnittige Art Tempo in das Programm brachte: um "Gospel-Rock".

Die "Ten Voices" kehrten darauf zu zarteren Tönen zurück. Sowohl das irische Stück "She moved through the fair", als auch das bekanntere "Greensleeves" wirkten geradezu zerbrechlich. Bei beiden Stücken übernahmen die "Ten Voices" Arrangements der berühmten "Kings Singers". Später präsentierten sie sich mit ihren "Jazz Klassikern" kräftiger und beschwingter. Zuvor jedoch der Auftritt der "No Voices": Wie immer ohne Stimme, dafür mit Händen, Füßen und kleinen Trommeln. Mit zwei kurzen Stücken führten sie ihre "Körperrhythmik" auf.

Zum Abschluss des Konzertes kehrten die "Voices" zurück, und mit ihnen auch das eigentliche Thema des Abends: der zeitgenössische amerikanische Gospelsong. Wie fast alle Stücke des Abends immer wieder um kurze Auftritte der Solisten des Chores bereichert, erklangen nun die Stücke "Lift your head up high", "Good the very last drop", "Day Spring", "Sing Halleluja for hes gonna come" und das abschließende "Revelation" ein packendes Schlussstück, nach dem das Publikum natürlich noch eine Zugabe forderte.

von Thomas Morawitzky

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