Gäubote, 02.05.2005
Die Entscheidung, das gemeinsame Konzert, das die Chöre der Voices ltd., der "No Names", "Lieder & Co." und "KiCho-Bello" für den Samstag in der Herrenberger Stadthalle geplant hatten, zu einem Benefizkonzert zu machen und in der Stiftskirche abzuhalten, war ein Erfolg vor allem auch für den guten Zweck: 1 100 Euro zahlten die Chöre danach auf das Spendenkonto ein, mit dem der Landkreis für die Flutwellenopfer der Insel Nias sammelte.
Sehr zufrieden zeigten sich Günther Bsonek, der Pressesprecher der "Voices", und Chorleiterin Astrid Beuth auch wenn die Besucherresonanz beim ersten gemeinsamen Konzert der vier Chöre in der Stiftskirche bescheidener ausfiel als erwartet: Mit rund 220 Besuchern war die Kirche zu nur etwa drei Vierteln gefüllt der so prompt und mit all seinen Reizen, Tänzen und Hocketsen angebrochene Mai war schuld daran, das schöne Wetter im Besonderen.Dennoch: Nicht nur, dass die relativ spontane Entscheidung für das Benefizkonzert beim Publikum breiten Anklang fand, das Konzert zeigte auch einmal mehr das Zusammenwachsen der Chöre im Herrenberger Liederkranz.
Insbesondere der frühere Konzertchor, seit kurzem umbenannt in "Lieder & Co.", gab mit seinen Sängern, die zum weißen Hemd und zum blauen Jackett eine Fliege trugen und seinen Frauen mit ihren bunten Schals ein Bild ganz neuer Frische ab.Die Lieder, die dieser etwa 35 Stimmen starke Chor unter der Leitung von Stephanie Wunder vortrug, waren, bis auf das Mozart-Stück "Ave Verum Corpus", denn auch der jüngeren geistlichen Literatur entnommen "Ein Licht in dir geborgen", "Wie ein Fest nach langer Trauer" und "Der Gewalt gewaltlos widerstehn" waren ihre Titel. "Das war sehr schön, da weht ein ganz frischer Wind", so Chorleiterin Astrid Beuth. Dass "Lieder & Co." und der Jugendchor "No Names" zuvor gemeinsam das Stück "Ich lobe meinen Gott" sangen, ergab sich aus einer Überschneidung des Repertoires der beiden Chöre und stellte die Annäherung zwischen jüngeren und älteren Sängern unter Beweis.
Ganz zu Beginn des Konzertes jedoch waren es die Allerjüngsten, die 17 Kinder des "Ki-Cho-Bello", die das Wort hatten. In rote und gelbe T-Shirts gekleidet nahmen diese Fünf- bis Zwölfjährigen im Altarraum Aufstellung und sangen moderne Kinderstücke von Rolf Zuckowski und Hella Heizmann "Musik ist eine Brücke", "Du brauchst ein Lied", "Das eine Kind ist so, das andere so" und "Wann ist ein Lied ein Hit". Die von Silke Lange und Kerstin Wunder geführten Kinder bewältigten die mitunter umfangreichen Liedtexte dabei fehlerlos.
Die "No Names", der Jugendchor im Liederkranz, der sich für keinen Namen entschied, trat zunächst mit einem dreistimmigen Gesang aus Taizé auf, schloss mit dem Bonhoeffer-Lied "Von guten Mächten" und steuerte mit den beiden Stücken "Rock my Soul" und "Goin up under" bereits den Stil an, den dann auch die "Voices Ltd." unter Astrid Beuth wieder aufgreifen sollten nicht nur. Denn der stimmstarke Chor, dessen Untergruppierungen "No Voices" und "Ten Voices" in diesem Jahr bereits zu Veranstaltungen in Renningen und an der Universität Tübingens eingeladen worden waren, sang neben den Gospels und Spirituals, die die Zuhörer von seinen Konzerten kennen, auch eine von Iris Stephenson arrangierte Version des "Vater Unser" ein Gebet, am rechten Ort in einer Kirche, nachdem Astrid Beuth das Publikum bat, auf den Applaus zu verzichten. Dafür bekam es beliebte Stücke wie "Order my Steps" und das von Michael Jackson arrangierte "Halleluja" aus Händels Messias zu hören und, als Zugabe, den Kanon "Wir sind hier zusammen in Jesu Namen".Zuvor jedoch das Abschiedsstück: Die vier Chöre mit all ihren 140 Sängern traten vor das Publikum und sangen einen "Irischen Segenswunsch" in deutscher Sprache" "ich bekam eine Gänsehaut", gesteht Günther Bsonek.