Presseecho

Gäubote, 17. Juli 2001

Musical-Medley als hinreißender Höhepunkt

Ein Heimspiel bei den "Sommerfarben": Die Stadtkapelle macht gemeinsame Sache mit dem Chor "Voices Itd."

Dass die "Musical-Night" mit der Herrenberger Stadtkapelle unter der Leitung von Matthias Beno nicht etwa im romantischen Sternenlicht, sondern unter der elektrischen Beleuchtung der Stadthalle stattfinden würde, das war am Sonntag gar keine Frage. Während die Welt draußen tropfte, entführten die Musiker drinnen ins Reich populärer BigBand-Klänge.

VON THOMAS MORAWITZKY

Für,jeden etwas wollte Dirigent Matthias Beno mit diesem Konzert bieten, "brassig, fetzig, schnulzig" sollte es werden. Und dieses Versprechen hielt er auch ein: Die Musical Night war ein Ausflug ins Land des Mainstream-Pop mit dem Vehikel des Blasorchesters. Auf dem Programm standen Stücke wie die Eröffnungsnummer "Gonna fly now" oder das sehr bekannte, schon im Original recht symphonische "Music was my first love". Ganz bewusst wurden hier die Pfade des Hitparaden-Pop abgeschritten.

Die 75 Musiker der Herrenberger Stadtkapelle, unaufdringlich aber prägnant begleitet von Thomas Rose an der Gitarre, schwelgten in den schmissigen Rhythmen und den sanften Melodien, die jedermann aus dem Radio kennt. Und diese waren dann auch vorzugsweise als Medleys verpackt: Das "Symphonische Porträt" der Soul-Sängerin Withney Houston war das erste in dieser Reihe, es enthielt Songs wie "So emotional", "Saving all my love for you" und "Where the broken hearts go". Und auch der männliche, nicht weniger populäre Gegenpart zur Houston kam zum Zuge: Ein weiteres Medley war den Songs von Michael Jackson gewidmet, und da durfte "Bad" natürlich nicht fehlen. Dazwischen, erklang nochmals ein Original-Stück des amerikanischen Filmkomponisten Jay Chattaway, der schon den Opener schrieb: "Spanish way" ist es betitelt.

Stimmgewaltiger Auftritt: Voices Itd. treten mit der Herrenberger Stadtkapelle auf

Der große Moment der "Musical-Night" war jedoch gekommen, als die Stadtkapelle sich tatsächlich jenem titelgebenden Genre zuwandte und eine ausgedehnte Folge von Melodien des Musical-Komponisten Andrew Lloyd Webber erklingen ließ - bei diesem Medley nämlich wurde die Kapelle unterstützt vom Herrenberger Chor "voices ltd.", der, geleitet von Astrid Beuth, mit seinen gut 100 Sängern auf die Bühne der Stadthalle kam und hinter den Bläsern Aufstellung nahm. Nicht nur die in jüngster Zeit häufig gespielten Webber-Stücke "Phantom in the opera" und "Memory" erklangen, sondern auch die Titel-Songs aus seinen Musicals "Evita" ("don't cry for me Argentina") und "Jesus Christ Superstar". Und all dies gleich zwei Mal: Denn für die Zugabe holte Beno die Sänger nochmals auf die Bühne, und die Reise durch Webbers Musical-Welt begann von neuem, mit all jenen Stimmen, die so furios in den Topf der großen Gefühle griffen.

Etwas später, nun in einer Instrumental-Fassung ohne den Chor, spielte die Stadtkapelle Auszüge aus "Starlight Express" bei denen Andreas Fischer als Solist auf der Trompete zu hören war. Den vorläufigen Abschluss des Konzertes jedoch bildete wieder ein Stück- mit Gesangsbegleitung: Celine Dions berühmter Song aus dem Film "Titanic", gesungen nicht vom Chor, sondern von Isabell Rüdenauer, der Saxofonistin der Kapelle. Ganz zum Schluss, leider ohne die Begleitung der "Voices", die sich hier eindrucksvoll gemacht hätten, dennoch glorios im BigBand-Sound: "We are the champions".

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