Presseecho

Gäubote, 28. Mai 2001

"Ein mitreißender Abend zwischen Himmel und Erde"

Festliche Begegnung in der Herrenberger Stadthalle: Einfühlsames Programm der Gäste aus Tarare - Tanzeinlagen und Chorauftritte

Herrenberg - "Es sind immer schöne Begegnungen, aber alles lässt sich steigern", meinte Herrenbergs Oberbürgermeister Dr. Volker Gantner verheißungsvoll in seiner Begrüßung der Gäste aus Tarare beim bunten Abend. Als, eine solche Steigerung wollte Dr. Gantner die Festveranstaltung verstanden wissen. Und es gab wohl niemanden, der ihm am Ende des Abends nicht zugestimmt hätte.

VON BIANKA ROITH

"Gute Unterhaltung", wünschte das Stadtoberhaupt und forderte auf, man möge sich dem Himmel nun ohne großes Zögern nähern- mit, Musik und Tanz, unter anderem vom französischen Chor "Entre ciel et terre" (Zwischen Himmel, und Erde). Den Frühling und den blühenden weißen Flieder besang zum Auftakt', der Konzertchor im Liederkranz Herrenberg unter Leitung von Georg Schmitt. Begleiiet von Christine Falk, präsentierten die Sänger die ganze , Palette ihres Könnens, mit Stücken wie Memory" aus dem Musical "Cats" und "Glory Halleluja", gesungen auf Deutsch mit einem Text über die Bedeutung des Glaubens für die Menschen. Weiter ging es mit "Die Rose", das im englischen Original von Bette Midler gesungen wird, und "Ascot Gavotte" aus dem' Musical "My fair Lady"

Faszinierende Performance

Als nächsten Programmhöhepunkt kündigte Moderatorin Swantje Gerking die Tararer Tanzgruppe "Créa Danse" an. Zusammen mit vier Chorsängern zeigten die Tänzer unter der Leitung von Claire Gattet eine faszinierende, wenn auch fremd anmutende Performance. Dargestellt wurden 23 Gedichte von Jean Joubert unter dem Titel "Gedichte des Mondes und einiger Sterne". Interpretiert, getanzt, geflüstert, gesungen und gepfiffen wurden die Gedanken über "la lune" (der Mond) in der Taubstummensprache. Jeder der Tanzenden drücke dabei seine eigenen Gefühle und Lebensinhalte aus, erklärte die Moderatorin.

Nach der doch eher ruhigen poetischen Darbietung sorgte der Tanzsportelub Schwarz-Rot Herrenberg für Schwung und kräftiges Mitklatschen. Erst schwangen die Zwölf- bis Fünfzehnjährigen die Hüften zu Mamboklängen. Mit dem Getanzten treten die "Devil Dancers'", wie sie sich nennen, auch zum Wettkampf in der Jugendliga an. In der Landesliga tanzen die etwa 18-jährigen Mädchen von "Young Explosion". Sie boten mitreißenden Latino Jazz, bei dem die Füße der Zuhörer kaum still standen. "Jazz for fun", die dritte Gruppe des TSC Herrenberg, zeigte ihr Können mit drei sehr unterschiedlichen Stücken: "Freestyler", "La Revolution" und "Ruinas".

In bunten T-Shirts mit Schriftzug betraten nach der Pause singend die "Voices limited", der Pop- und Gospelchor des Herrenberger Liederkranzes, die Bühne. Dirigiert von Astrid Beuth und am Flügel begleitet von Martin Wilke, besangen die Chormitglieder zur Freude des Publikums die wundervolle Welt von Louis Armstrong ("What a wonderful world") und intonierten das - dazwischengerutschte - deutsche Volkslied "Ein Jäger längs dem Weiher ging". Es folgte "Halleluja", das Grandprix-Siegerlied von 1979, "My Lord what a morning" und "Ride the chariot". Das letzte Stück, "Sing, sing, sing", kündigte Swantje Gerking als "so mitreißend" an, "dass man eine Zugabe verlangt". Diese kam natürlich auch prompt: "Oh happy day".

Absolute Stille

Eher still und besinnlich wurde es wieder beim zweiten Auftritt von "Créa Danse". Anfangs in absoluter Stille tanzten die französischen Gäste ein Gebet von Cedrik Laurent als "Baustein für den Frieden". Den letzten Programmteil bestritten "Entre ciel et terre". In verkleinerter Besetzung (rund 20 Leute konnten nicht dabei sein wegen Prüfungsstress) verstanden es die jungen Sänger, die Zuhörerschaft mit- und schließlich von den Stühlen zu reißen. Begleitet am Schlagzeug von Raffi Tabbakh, der auch bei den Voices aushalf und Ghisain Marcmetto an der Gitarre, sang "Entre ciel et terre" vor allem Gospels und englische Lieder. In der Herrenberger Stadthalle waren dies "How I got over you", "Prais Lord", "In the upper room", einem Medley, unter anderem mit dem "River of Babylon'" und "This train". Es folgten ein afrikanisches Lied aus dem Senegal und ein Zigeunerlied, bevor man wieder zum Englischen zurückkehrte und - das offizielle - Programm abschloss mit "Hey man" und "He took my sins away".

"Danke" auf Deutsch

Als Überraschung für die Herrenberger gab's als Zugabe ein Lied auf Deutsch. Nachdem sich Chorleiter Guilaume Girin für den wohl nicht ganz korrekten Akzent entschuldigt hatte, erklang "Danke für diesen guten Morgen". Zum Abschluss demonostrieten Herrenberger und Tararer noch wahre Jumelage, Freundschaft zwischen den Städten mit einem gemeinsamen Auftritt.

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