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Gäubote

Eine Gospel-Hymne ist der absolute Höhepunkt

Die "Voices ltd." brachten bei ihrem zweiten Konzert in der Herrenberger Stiftskirche nicht nur den Gospel in dieses Haus - sondern stellten auch einige neue Stücke vor.

Das waren gewissermaßen die Appetitmacher auf das Jahreskonzert des Chores, das für Oktober geplant ist - "alles", so Chorleiterin Astrid Beuth, "dürfen wir natürlich nicht rauslassen." Und so war der Auftritt in der Stiftskirche eine Mischung aus dem wohlbekannten Programm, das die "Voices" schon im vergangenen Jahr in der Herrenberger Stadthalle gesungen hatten, und den neueren Liedern. Eingeladen hatte die Mitbürgerhilfe Herrenberg.

Immer wieder wechselten sich die "Voices ltd.", der große Gospelchor, der den Altarraum der Stiftskirche ganz ausfüllt, mit dem kleineren Ensembles aus seinen Reihen, den "Ten Voices" ab. Während bei den "Voices" deutlich Gospels und Spirituals überwogen, boten die "Ten Voices" ein Programm aus Stücken von George Gershwin, irischer Folklore und Jazz-Klassikern dar - zum Beispiel "It don`t mean a thing". Die "Voices" selbst, wie immer gekleidet in schwarz und mit farbigen Halstüchern, sangen Songs wie das bekannte "Sometimes I feel like a motherless child", "Down by the riverside" und natürlich "O happy day", aber auch das Medley der Musicalmelodien von Andrew Lloyd-Webber, das man bereits von ihnen kennt, mit Auszügen aus "Cats", "Evita", "The Phantom in the opera".

Und gerade so, als freuten sich die Sänger von ganzem Herzen, in einem Gotteshaus singen zu dürfen, geriet ihnen "Jesus Christ Superstar" zum nachdrücklichsten, kräftigsten Stück des Medleys. Durch solistische Einlagen glänzten Birgit Sumey, Walter Marquardt, Ulrike Pitzman, Susan Rozelle, Meike Schlie - die auch im Wechsel mit Ruben Maisenbacher und Martin Wilke die Piano-Begleitung spielte - und Lukas Knoll.

Die neuen Stücke des Abends: Zu ihnen gehört zum Beispiel das irische Traditional "Bobby Shaftoe", ein eher flottes Folkstück, das gemeinsam mit dem ruhigen "The oak and the ash" den chronologischen Mittelpunkt des Konzertes bildete. Neu auch das jazzig-swingende "Sh-Boom" und "Fatio" aus Afrika, ein einfaches, rhythmisches Lied, bei dem die Sänger der "Voices" als Begleitung eine händeklatschende Gymnastik aufführten.

Der Höhepunkt unter den bislang noch ungehörten Programmpunkten war jedoch eindeutig "Order my steps", ein modernes Gospelstück, das Astrid Beuth bei einem Gospeltreffen entdeckte und sogleich zu ihrem persönlichen Lieblingsstück erklärte. Es ist ein langsames, getragenes, hymnisch anschwellendes Stück, bei dem auch die instrumentalen Begleiter des Chors - in diesem Fall vor allem Ruben Maisenbacher am Piano und Daniel Stollsteimer am Schlagzeug - zu bestechender Form aufliefen. Als Zugabe sangen die "Voices ltd." Vor allem das sich scheinbar endlos fortsetzende irische Stück "Everybody's talking": eine kraftvolle musikalische Gerüchteküche.

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