BB-Live
Sommerfarben bieten gleich zwei Gospelchöre
Herrenberg - Zwei Gospelchöre mit Band und ein begeisterungsfähiges Publikum: Riesigen Beifall gab's am Samstagabend auf dem Marktplatz für das Konzert der "Voices Ltd." und des Chores "Entre Ciel et Terre" aus der Partnerstadt Tarare. Gelebte Städtepartnerschaft war im Programmheft der Sommerfarben angekündigt worden, und das war noch untertrieben. Die Welle von Schwung, Rhythmus und Begeisterung an der Musik riss das Publikum mit.Die Voices unter der Leitung von Astrid Beuth begannen mit dem Programm. Mit Bass, Schlagzeug und E-Piano setzt der Chor neue Akzente. Das erste Stück: "Walk in the Light", markant und mit Power vorgetragen. Gospels, Pop und Südseeklänge: Walter Marquardt und Brigitte Summey überzeugten als Solisten. Gegen Ende des Herrenberger Programmteils folgte "unser absolutes Lieblingslied", wie Astrid Beuth ankündigte: "Order my Steps" - mit einem kraftvollen Touch von Jazz und Rock. Mit Spannung erwartet und mit rhythmischem Applaus begrüßt wurde der Chor aus Tarare: "Entre Ciel et Terre" - Rund vierzig Sänger und Musiker. Das übertraf alle Erwartungen: Die Band noch um Gitarre und Saxofon erweitert, zahlreiche starke Stimmen, die wechselweise als Solisten fungierten. Hier tritt der Chor schon mal in den Hintergrund und ist "nur" Begleitung, während im Wechsel Solisten, zumeist am Gesang, aber auch am Bass, Piano, Sax oder an der Gitarre, den Hauptpart übernehmen. Ganz wichtig: Der Showeffekt, eine bewegte Performance. Und nicht zu vergessen das Komikertalent des Chorleiters Alexandre Girin, der für eine lockere Heiterkeit sorgte. Ein überaus packendes "Amen" riss das Publikum von den Stühlen, die Interpreten versprühten geradezu Temperament. Selbst bei diesem hohen Niveau steht sichtlich der Spaß an der Sache im Vordergrund: Kleine Fehler werden kurz mit einem Schmunzeln quittiert und bei gutem Gelingen fällt der Chorleiter vor den Solisten auf die Knie und klatscht ein Bravo. Dann musste das Publikum zeigen, was es kann. "Sie können wirklich gut klatschen," lobte Girin, "aber ich möchte wissen, ob Sie auch singen können!" Der Chor hatte kurze Pause: "Setzen bitte!" Die Konzertbesucher waren dran: "He's got the whole World in his Hands" - und es klappte, etwas zaghaft zwar, aber immerhin. Die Franzosen beeindruckten mit Solo- und Multitalenten sowie durch Witz und Virtuosität. Der Gitarrist legte ein Gesangssolo hin, mal dirigierte der eine, mal der andere, wenn Girin in die Tasten schlug, dass das Piano umzufallen drohte. "Oh happy Day!" - Wie im Liebesroman: Der Solo-Sänger ruft seine Verlobte ans Mikro und macht ihr vor ausverkauften Rängen einen Heiratsantrag!Den letzten Programmteil gestalteten beide Chöre gemeinsam. Es wurde eng für die 150 Sänger auf den Podesten. Am Ende spendete das Publikum langen, tosenden Beifall und erreichte noch zwei Zugaben.